Teflonpfanne

Pflegeleichte Allrounder

Aktualisiert am: 10. Juni 2018
Teflonpfanne
Pfannen mit der Teflon-Antihaftschicht sind die beliebtesten Pfannen in deutschen Haushalten.
Seit Jahrzehnten bemühen sich Pfannenhersteller, Antihaftbeschichtungen mit Teflon zu verbessern. Das Ergebnis sind Beschichtungen, für die Du manchmal sogar fünf Jahre Garantie bekommst. Teflon hat jedoch einen Nachteil: Es lässt sich nicht beliebig hoch erhitzen. Außerdem lässt die Antihaftwirkung mit der Zeit nach.

Pflegeleichte Allrounder

Teflonpfannen gehören nach wie vor zu den beliebtesten Pfannen in deutschen Haushalten. Kein Wunder: In einer beschichteten Pfanne brätst Du, ohne dass Deine Speisen anbrennen. Hausfrauen (und -männer) schätzen diese Eigenschaft, während leidenschaftliche Feinschmecker gerne die Nase rümpfen. Zugegeben: Das punktgenaue Anbraten eines Steaks funktioniert in einer Kupfer- oder Edelstahlpfanne besser. Dennoch: Wenn Du für deine Familie mehrere Schnitzel brutzelst und nebenher einen Salat zubereitest, schlägt nichts die Teflonpfanne.
 
Plus:
Braten ohne Fett möglich
Einfache Handhabung
Problemlose Pflege
 
Minus:
Beschichtung nutzt sich ab
Übersteht nur Temperaturen bis 260 Grad
Bedingt backofenfest
 

Von den französischen Alpen in die ganze Welt.

Die ersten Teflonpfannen entstanden in Frankreich, genauer: in Rumilly, einer Stadt in den französischen Alpen. Der Ingenieur Marc Grégoire fand eine Methode, Teflon mit Metall zu verbinden. Bis dahin wusste niemand genau, wofür Teflon gut ist. DuPont besaß seit 1941 das Patent für diesen Stoff, der mit nichts reagierte. Erst Grégoire fand heraus, wie nützlich Teflon beim Braten ist. Er gründete die Firma Tefal und machte Teflonpfannen weltweit bekannt. In wenigen Jahren eroberten Teflonpfannen den Markt. Heute sind neun von zehn verkauften Pfannen beschichtet, entweder mit Teflon oder mit Keramik.

Sind Teflonbeschichtungen ungesund?

Kurz nach der Jahrtausendwende gelangten Teflonbeschichtungen in den Ruf, krebserregend zu sein. Tatsächlich war nicht das Basismaterial die gefährliche Substanz, sondern Perfluoroctansäure (PFOA). Dieses Material diente als Emulgator, um die Teflonschicht mit dem Metall des Pfannenkörpers zu verbinden. Die Säure kann tatsächlich verschiedene Krebsarten in Ratten verursachen, wie eine Studie1 im Jahr 2013 belegte. Eine Studie2 mit Menschen, die in der Nähe einer Chemiefabrik leben, bestätigte die Ergebnisse der Tierstudie. Die Beliebtheit von Teflon in Bratpfannen führte zu mehreren Studien und einer weltweiten, öffentlichen Diskussion. Tatsächlich ist PFOA im Blut von Menschen nachzuweisen, die mit der Substanz hantieren. Das zeigte eine groß angelegte US-Studie3 im Jahr 2007: 98 Prozent der untersuchten Blutproben enthielten PFOA oder verwandte Substanzen. Seit 2013 ist PFOA deshalb bei der Herstellung von Teflonpfannen verbannt. Dennoch gilt es bei der Benutzung dieser Pfanne, Überhitzen zu vermeiden. Bei einer Temperatur von rund 260 Grad entwickelt Teflon giftige Dämpfe4. Für das Anbraten großer Fleischstücke brauchst Du rund 250 Grad in der Pfanne. Deshalb solltest Du dafür keine Pfanne mit Teflonbeschichtung verwenden.

Was mache ich, wenn sich die Teflonpfanne überhitzt?

260 Grad ist eine Temperatur, die eine leere Teflonpfanne auf hoher Flamme nach ungefähr fünf Minuten erreicht. Auf einer Induktionsplatte geht das Aufheizen jedoch schneller. Natürlich kann es immer mal wieder vorkommen, dass Du eine Pfanne auf den Herd stellst, die Platte anschaltest und sie anschließend vergisst. Falls Dir das passiert, halte die Luft an, schalte die Herdplatte aus und schiebe die Pfanne weg von der heißen Herdplatte. Anschließend öffnest Du alle Fenster und verlässt am besten die Wohnung, bis sie gut durchgelüftet ist.

Die optimale Temperatur zum Braten

Im Normalfall wird Deine Pfanne jedoch selten 260 Grad heiß. Zum Vergleich: Die Grillstäbe im Backofen heizen sich auf 250 Grad auf. Die meisten Speiseöle entwickeln bei rund 200 Grad beißenden Rauch. Wenn Du Deine Pfanne nicht vergisst, ist die Gefahr der Überhitzung relativ klein. Dennoch solltest Du Deine Teflonpfanne nur bei gemäßigten Temperaturen im Backofen verwenden. Die Temperaturregler im Backofen arbeiten erfahrungsgemäß nicht immer hundertprozentig. Manchmal entwickelt ein Ofen höhere Temperaturen als auf der Einstellung angegeben.

Temperatur schätzen geht auch

Wenn Du bei der Temperatur auf Nummer sicher gehen willst, kaufst Du eine Pfanne mit Thermospot, zum Beispiel von Tefal oder Ballarini. Sie zeigen Dir an, wann die Pfanne die optimale Brattemperatur erreicht hat. Intuitive Köche können auf diesen Schnickschnack verzichten. Nach ein bis zwei Minuten auf mittlerer Temperatur ist jede Pfanne heiß genug zum Braten. Wenn Du nicht gerade ein Steak auf den Punkt genau braten willst, kommst Du mit der Pi-mal-Daumen-Methode gut zurecht. Wichtig ist dagegen, dass Du Deine Pfanne nicht auf höchster Stufe aufheizt. Auf allzu rasche Temperaturänderungen reagiert jedes Metall mit Verformung. Das kann dazu führen, dass sich der Boden verzieht.

Der richtige Umgang mit der Teflonpfanne

Mittlerweile gibt es strapazierfähige Teflonbeschichtungen, auf die Hersteller viele Jahre lang Garantie geben. Manche Produzenten versichern Dir, dass Du Küchenutensilien aus Metall in ihren Pfannen benutzen kannst. Dennoch: Mit Utensilien aus Kunststoff oder Holz gehst Du kein Risiko ein. Da sich die Speisen in Teflonpfannen nicht anlegen, ist das Reinigen einfach. Am besten geht es mit einem Schwamm und normalem Spülmittel. Bei diversen Pfannentests landen die Testobjekte -zig Male in der Spülmaschine. Erstaunlicherweise überstehen die meisten Pfannen diese Behandlung problemlos - auch wenn die Hersteller davon abraten.

Quellen

Nicole, W. (2013). PFOA and Cancer in a Highly Exposed Community: New Findings from the C8 Science Panel. Environmental Health Perspectives, 121(11-12), A340. http://doi.org/10.1289/ehp.121-A340

Barry, V., Winquist, A., & Steenland, K. (2013). Perfluorooctanoic Acid (PFOA) Exposures and Incident Cancers among Adults Living Near a Chemical Plant. Environmental Health Perspectives, 121(11-12), 1313–1318. http://doi.org/10.1289/ehp.1306615

3 Calafat, A. M., Wong, L.-Y., Kuklenyik, Z., Reidy, J. A., & Needham, L. L. (2007). Polyfluoroalkyl Chemicals in the U.S. Population: Data from the National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) 2003–2004 and Comparisons with NHANES 1999–2000. Environmental Health Perspectives, 115(11), 1596–1602. http://doi.org/10.1289/ehp.10598

Lee KP, Seidel WC. Pulmonary response to perfluoropolymer fume and particles
generated under various exposure conditions. Fundam Appl Toxicol. 1991
Aug;17(2):254-69. PubMed PMID: 1765219.


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