Keramikpfanne

Beschichtung für hohe Temperaturen

Aktualisiert am: 31. Mai 2018
Keramikpfanne
Keramikbeschichtungen sind die Lösung, wenn Dir Teflonbeschichtungen nicht geheuer sind.
Du liebst Dein Steak knusprig braun, bevorzugst aber eine beschichtete Pfanne? In diesem Fall bieten sich Keramikpfannen an. Beschichtungen aus Keramik halten hohe Temperaturen aus. Allerdings hapert es zur Zeit noch mit der Langlebigkeit. Viele Keramikbeschichtungen verlieren ihre Antihaft-Eigenschaften nach einigen Monaten oder einem Jahr.

Beschichtung für hohe Temperaturen

Dir sind Teflonbeschichtungen nicht geheuer, aber Du hättest gerne eine Pfanne mit Antihaftbeschichtung? Die Keramikpfanne ist die Lösung. Allerdings besteht eine Keramikpfanne nicht komplett aus Keramik. Den Pfannenkörper aus Metall überzieht eine dünne, aber harte Keramikschicht. Der Grund: Keramik leitet Hitze nicht besonders gut. Dafür hält die Keramikbeschichtung hohe Temperaturen aus und ist unbedenklich für Deine Gesundheit. 
 
Plus:
Erhitzbar bis zu 400 Grad
Fettfreies Braten möglich
Für Allergiker geeignet
 
Minus:
Begrenzte Haltbarkeit
Keramik kann sich verfärben
Mikrokratzer machen Antihaftschicht unwirksam

Woraus besteht die Keramikschicht?

Keramik ist ein Sammelbegriff für zahlreiche Werkstoffe, die nichtmetallisch sind. Neben Porzellan und Steingut zählen auch sogenannte Sondermassen zu Keramik. Die Beschichtungen von Keramikpfannen gehören zu den Sondermassen. Dabei handelt es sich um Mischungen verschiedener anorganischer Substanzen, die meist in einem Sol-Gel-Prozess auf die metallische Pfannenoberfläche aufgetragen werden. Das Metall wird vorher oft poliert, um die Oberfläche so glatt wie möglich zu machen. Im Gegensatz zu Porzellan und Steingut werden Antihaftbeschichtungen aus Keramik heute nicht bei hoher Hitze gebrannt. Stattdessen härten sie bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen zu einer glasartigen Oberfläche aus. Eine Schutzschicht versiegelt die hauchdünne Keramikschicht. Keramik enthält kein Metall und ist daher gut geeignet für Menschen mit Nickel- oder Chromallergien.

Wer hat die Keramikpfanne erfunden?

Die WMF-Tochter Silit hat die erste Keramikbeschichtung namens Silargan entwickelt. Seit 1989 stellt Silit Pfannen und Töpfe mit Silargan her, die immer noch als hervorragend gelten. Im Vergleich zu modernen Keramiken entsteht Silargan aus rund 30 verschiedenen Zutaten, die bei 1.200 Grad miteinander verschmolzen werden. Mit dem Stahlkörper der Pfanne wird die Keramikschicht anschließend bei 800 Grad zu einer Einheit verbrannt. Die Oberfläche ist stoß- und kratzfest. Seit rund 10 Jahren gibt es zahlreiche Hersteller auf der ganzen Welt, die Keramikpfannen anbieten. Der Preis bestimmt dabei in der Regel die Qualität. Billige Keramikpfannen verlieren ihre Antihaftbeschichtung oft nach kurzer Zeit. Der Grund: Nur wenn die Keramikoberfläche keine Mikrokratzer aufweist, funktioniert die Antihaftwirkung. Ist die Keramik nicht sehr widerstandsfähig, zerkratzt die Oberfläche sehr schnell - auch wenn Du das mit dem bloßen Auge nicht erkennen kannst. Die Antihaftbeschichtung von Teflonpfannen dagegen verträgt ein paar Kratzer.

Braten ohne Fett - wirklich?

Du kannst in einer Keramikpfanne ohne Fett braten. Allerdings empfehlen Experten, immer ein bisschen Fett in der Pfanne zu erhitzen. Fett hilft dabei, die Wärme von der Oberfläche der Pfanne auf die Speisen zu übertragen. Das unterstützt gleichmäßiges Garen. Außerdem können austretende Fleischsäfte hartnäckige Rückstände hinterlassen. Sie lassen sich nur schwer entfernen und führen auf weißen Keramikbeschichtungen zu unschönen Flecken. Wichtig ist bei der Keramikpfanne - wie bei den meisten Pfannen - die Kochplatte nicht auf höchste Leistung zu stellen. Mittlere Temperatur reicht vollkommen aus, um Pfannen schonend auf Brattemperatur aufzuheizen. Nach dem Braten lässt Du die Pfanne abkühlen, bevor Du sie einweichst oder reinigst.

Was kann die Keramikpfanne nicht?

Die Antihafteigenschaften einer Keramikpfanne eignen sich gut für Eiergerichte, Gemüse und auch Fleischgerichte. Allerdings funktioniert das am besten bei nicht allzu hohen Temperaturen. Unabhängige Tester - zum Beispiel beim Pfannentest im ETM-Testmagazin vom Februar 2014 - stellen bei Keramikpfannen immer wieder fest, dass sich Fleisch bei hohen Temperaturen anlegt. Eine Schicht heißes Öl gleicht dieses Manko aus. Das funktioniert besonders gut, wenn der Pfannenkörper aus Edelstahl besteht oder viel Edelstahl enthält. Edelstahl speichert reichlich Hitze und gibt sie ab, wenn sie gebraucht wird. Große Fleischstücke können die vorhandene Wärme in einem Aluminiumboden schnell erschöpfen. Dann sinkt die Temperatur rasch. Aus dem Anbraten wird so ein flaues Angaren.

Keramikpfanne richtig behandeln

Obwohl die Keramikbeschichtung hohe Temperaturen übersteht, empfiehlt sich schonende Behandlung. Die Keramikbeschichtung ist zwar hart, aber dafür relativ spröde. Wie bei Antihaftbeschichtungen aus Teflon sollten Sie auf Küchenutensilien aus Metall verzichten. Silikon, Kunststoff oder Holz sind die geeigneten Materialien für Küchenhelfer, die beschichtete Pfannen garantiert nicht angreifen. Übrigens können auch spitze Knochen von Rippchen oder Koteletts den mit Keramik beschichteten Pfannenboden zerkratzen. Bei der Reinigung empfiehlt sich die weiche Seite eines Schwamms. Ganz Vorsichtige reinigen die Pfanne nur mit Wasser. Ein normales Spülmittel übersteht sie jedoch gut. Auf die Spülmaschine solltest Du verzichten.

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